Neuer Trend im Wahlkampf: Wir reden wieder mehr mit den Menschen. Nicht nur am Infostand oder bei Veranstaltungen, sondern auch am Küchen- oder Wohnzimmertisch.  Peer Steinbrück geht aktuell ins Wohnzimmer und bringt Kuchen oder Brötchen mit.  Wir nennen es Küchengespräche und bringen Kekse mit.

Küchengespräch bei mir zu Hause. Großer Tisch. 8 Gäste (Nachbarn und Freunde). Menschen die sonst nicht zu einer Parteiveranstaltung kommen. Und der Stargast: Unser Bürgermeisterkandidat.

Es war schon eine komische Erfahrung im Vorfeld, da sich beim Küchengespräch zwei Welten treffen. Die Freunde- und Nachbarwelt und die Parteiwelt. Zwei Sphären die sonst nebeneinander existieren und in der Regel keine Berührungspunkte haben. Also viele Fragezeichen im Vorfeld. Auch bei meinen Gäste. Aussagen wie, „Ich habe euer Parteiprogramm aber nicht gelesen“, „Ich habe von Politik doch keine Ahnung“ oder „Ich weiß ja gar nicht was eure Partei will“ waren zu hören.

Und dann war es so weit. Unser erstes Küchengespräch. Erst kamen die Gäste. Fünf Minuten später der Kandidat. Die Stimmung war kurz angespannt, dann aber gleich locker und gelöst. Kurze Vorstellungsrunde und schon ging das Gespräch los. Ganz zwanglos. Alle Aspekte der Kommunalpolitik wurden gestreift. Der Kandidat erklärte was er will. Was er gemacht hat. Erzählte von seiner Familie. Ganz zwanglos. Die Gäste fragten nach. Und nach 1 ½ Stunden gingen wir wieder auseinander. Rückmeldung meiner Gäste: War gut! Rückmeldung meines Kandidaten: War gut!

Fazit: Das Küchengespräch eignet sich gut, um Menschen anzusprechen, die man sonst nicht im politischen Alltag trifft. Ein paar Dinge muss man aber beachten:

–          Lasst die Gruppe nicht zu groß sein, damit jeder sich einbringen kann.  8 Personen waren die Grenze.

–          Ladet nur Leute ein, die nicht in der Partei sind und sich auch nicht als große Sympathisanten geoutet haben. Das bringt dann eher wenig. Es geht ja darum die Menschen zu erreichen, die man sonst nicht trifft und die dann wieder den positiven Eindruck weiter tragen.

–          Dass ein Küchengespräch stattfinden kann setzt voraus, dass Personen bereit sind, dich bzw. die Partei in ihr Privatleben zu lassen und mit ihren Freunden, Nachbarn oder Arbeitskollegen zusammenzubringen. Natürlich gehört auch die Bereitschaft der Gäste dazu, sich auf das Gespräch einzulassen.

–          Der Kandidat soll sich beim Gespräch zurücknehmen. Auf Fragen sollte er in angemessenem Rahmen antworten, allerdings sich nicht in Details verlieren. Die Gäste stehen im Mittelpunkt.

–          Und macht so was nur im privaten Rahmen. Das gibt euren Gästen Sicherheit, da sie euren Küchentisch im Normalfall ja schon kennen. Und stellt was zum snacken und Kaffee, Tee und Wasser hin.