Viele kennen das Problem: Man möchte eine interessante Veranstaltung zu einem bestimmten Thema machen oder einfach nur mal eine Einladung an alle Mitglieder per E-Mail verschicken und stellt fest, man weiß weder welche politischen Schwerpunkte die einzelnen Mitglieder haben, noch kennt man die E-Mail Adresse von allen.

Das an vielen Stellen auftretende Problem zeigt, dass der strategische Einsatz von Datenbanken als Informationsquellen auf kommunaler Ebene (und vermutlich auch weiter oben) nach wie vor sehr stiefmütterlich behandelt wird, obwohl es hierzu sehr interessante Nutzungsmöglichkeiten gibt.

Neben dem Vorteil einer vollständigen Datenbasis, mit der man im Alltag einfach viel besser und effizienter arbeiten kann, besteht auch die Möglichkeit Datenabgleiche zu machen und diese Abgleiche für die politische Arbeit und vor allem für die Aktivierung von Mitgliedern und Sympathisanten zu nutzen. Getreu dem Motto: umso mehr ich über meine Anhänger weiß, desto besser kann ich auf sie eingehen, kann sie besser in politische Prozesse integrieren.

Datenschutz
Natürlich darf der Datenschutz dabei nicht vernachlässigt werden. Man muss den Mitgliedern und Sympathisanten zwei Dinge klar machen: Erstens, dass mit den erhobenen Daten kein Missbrauch betrieben wird und die Daten selbstverständlich nicht an Dritte weitergegeben werden. Zweitens, müssen die Vorteile für die Institution, aber auch für das Mitglied klar und deutlich herausgestellt werden. Wer zum Beispiel regelmäßig Einladungen zu Wirtschaftsfachgesprächen bekommt, obwohl man sich doch eher für sozialpolitische Themen interessiert, fragt sich natürlich, wieso erhalte ich hierzu überhaupt Einladungen? Mit einer Datenbank und entsprechend klaren Datensätzen bekommt diese Person dann zum Beispiel nur noch Einladungen zu sozialpolitischen Themen.

Kosten-Nutzen-Verhältnis
Zu berücksichtigen ist auch das Kosten-Nutzen Verhältnis insgesamt sowie der Aufwand bei der Erhebung und Pflege der Datenbestände. Je nach Umfang der Daten, die gesammelt werden sollen, steigt der Aufwand. Daher sollte man immer gründlich abwägen und folgende Fragen beantworten:

  1. Welche Daten brauche ich unbedingt?
  2. Welche Fragen muss ich stellen, um an diese Daten zu kommen?
  3. Wie hoch ist der Aufwand die Datenbank zu erstellen?
  4. Wie hoch ist der Aufwand die Ersterhebung durchzuführen?
  5. Wie oft muss ich die Daten in der Regel aktualisieren?

Datenerhebung

Bei der Erhebung der Daten kommt es vor allem auf die Art der Erhebung an. Gerade auf kommunaler Ebene bietet es sich besonders an, eine telefonische Befragung durchzuführen. Ich rate dringend davon ab, einen Fragebogen zu verschicken und zu erwarten, dass alle den Fragebogen vollständig ausgefüllt zurückschicken – denn es gibt immer Personen, die es vergessen, gerade keine Zeit oder Lust haben, den Fragebogen nur halb oder falsch ausfüllen und so weiter. Will man aber eine vollständige Datenbasis haben, so kommt man um eine Telefonaktion nicht herum. Dies hat neben der Datenerhebung auch noch weitere Vorteile. Erstens, fühlen sich Mitglieder und Sympathisanten ernst genommen, wenn man sich die Zeit nimmt auch mal allgemein über die politische Lage in der Kommune zu sprechen. Zweitens, bekommt man auch einen guten Eindruck, wie die Stimmung in der Basis aussieht. Und nicht zuletzt bekommt man unheimlich gute Tipps und Anregungen und kann den oder die eine/n oder andere/n auch dazu animieren in Zukunft mitzuarbeiten.