Nun zunächst haben sie nicht wirklich viel tun…

Das heißt es ist schrecklich langweilig. Hier und da bietet sich die Möglichkeit ein Gespräch mit anderen Wahlhelfern zu führen oder kurz auch mal mit ein paar Wählern zu plaudern – schließlich kennt man sich ja oft auch. Wenn man aber dann vier oder fünf Stunden im Wahllokal sitzt und bereits den 4. Kaffee intus hat, dann überlegt man sich, was man sinnvolles mit seiner Zeit anfangen könnte.

Ich habe mir dann überlegt mal ein bisschen Statistik zu machen. Erfreulicherweise wurde ich dabei unterstützt von der Wahlhelferin Conny Thiel – danke an dieser Stelle! Als Datenquelle diente uns natürlich der tausendfach vorhandene Wahlzettel (in Hessen). Der war übrigens fast einen Meter (88 cm) lang. Hier nun die Ergebnisse unserer Statistik:

  • Es traten 31 Parteien und Wählergruppen an
    • 27 Parteien waren auf der Liste mit 10 Kandidaten* vertreten
    • Die Partei „Die Frauen“ hatte auf dem Wahlzettel nur vier Kandidaten stehen, einer davon war sogar ein Mann
    • Die Partei „Partei für Soziale Gerechtigkeit, Sektion der Vierten Internationale“ (PSG) hatte auf dem Wahlzettel nur fünf Kandidaten
    • Die Partei „Newropeans“ hatte auf dem Wahlzettel nur acht Kandidaten
    • Die Partei „Rentner-Partei-Deutschland (RENTNER) hatte auf dem Wahlzettel nur 9 Kandidaten
    • Insgesamt standen also die Namen von 296 Kandidaten auf dem Wahlzettel
  • Von den 296 (Spitzen-) Kandidaten waren
    • 89 weiblich (rund 30 %)
    • 207 männlich (rund 70 %)

* Analysiert wurde nur die Kandidatenanzahl auf dem Wahlzettel selbst – die war beschränkt auf die ersten zehn Kandidaten. Die Listen mancher Parteien hatten natürlich viel mehr Kandidaten als die aufgelisteten Zehn.

Weiterhin haben wir die Berufe der Kandidaten analysiert. Wobei manche unklar waren. Allerdings wurde jede Person nur einmal kategorisiert. Die nachfolgende Liste bietet daher eine groben Überblick, aber keine saubere statistische Auswertung, da teilweise die Kriterien nicht eindeutig definiert wurden. Falsche Kategorisierung und daraus entstehende Fehler sind also nicht ausgeschlossen (Man bedenke: Wir haben das nebenbei gemacht, während der Ausübung des Wahlhelferamtes!). Als Akademiker wurden alle gewertet, die einen akademischen Beruf ausüben oder als Beruf einen akademischen Abschluss angegeben haben.

  • Angestellte:  98
  • Akademiker: 88
  • Beamte: 9
  • Renter: 41
  • Selbständige: 13
  • Politiker: 19
  • Schüler/Studenten: 5
  • Pfarrer: 3
  • Hausfrauen: 2
  • Absolut unklar: 18

Als letztes haben wir dann analyisiert aus welchen Bundesländern die Kandidaten kommen. Alle Parteien, bis auf die CDU haben eine gemeinsame Liste für alle Bundesländer herausgegeben. Die CDU hat länderspezifische Listen abgeben (sonst hätte sie der CSU in Bayern Konkurrenz gemacht).

  • Baden-Würrtemberg: 33
  • Bayern: 70
  • Berlin: 20
  • Brandenburg: 12
  • Bremen: 4
  • Hamburg: 7
  • Hessen: 27 (mit Landesliste der CDU 37)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 4
  • Niedersachsen: 18
  • Nordrhein-Westfalen: 46
  • Rheinland-Pfalz: 10
  • Saarland: 4
  • Sachsen: 11
  • Sachsen-Anhalt: 5
  • Schleswig-Holstein: 11
  • Thüringen: 3
  • aus dem Ausland: 1

Bei einem direkten Vergleich zwischen alten (240 Kandidaten) und neuen (45 Kandidaten) Bundesländern schneiden die neuen Bundesländer verhältnismässig schlecht ab (Berlin zählt 10 West – 10 Ost, Hessen-CDU nicht berücksichtigt). Berücksichtigt man nun auch die Größe der Bevölkerung ergeben sich folgende Zahlen:

Einwohner (rund 66 Mio.) pro Kandidat in West:  275 000 Einwohner fallen auf einen Kandidaten

Einwohner (rund 17 Mio) pro Kandidat in Ost: 377 777 Einwohner fallen auf einen Kandidaten

Links: http://www.bpb.de/wissen/AE3W2K,0,0,Bev%F6lkerungsentwicklung.html